Maria Theisen


History buech reimenweisz: Geschichte, Bildprogramm und Illuminatoren des Willehalm-Codex König Wenzels IV. von Böhmen

Österreichische Nationalbibliothek, Ser. nov. 2643, Kunsthistorische Studien zur Buchmalerei



ISBN 978-3-7001-6058-8
Print Edition

Denkschriften der phil.-hist. Klasse 391 
Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe 4,   6 
2010,  200 Seiten, 29,5x21cm, broschiert
€  51,80   

Maria  Theisen
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der ÖAW

Der Willehalm-Codex enthält nach der Wenzelsbibel den zweitgrößten, jemals für den König gemalten Miniaturenzyklus, der im Gegensatz zu anderen Handschriften seiner Bibliothek durch das Schreiberdatum 1387 zeitlich gut verankert ist. Im Zuge der Beschäftigung mit der Textgenese legen die Ausführungen der Kunsthistorikerin die Besonderheit dieses Exemplars und damit auch die große Herausforderung an die Maler dar, die dafür Bilder entwerfen sollten: den Wechsel von einem Medium ins andere, von der oralen Tradition zur Schriftkultur, die lange Suche nach einer geeigneten Form, die das an ein größeres Publikum gerichtete, ursprünglich mimisch und musikalisch vorgetragene Heldenepos nun in zweidimensionale visuelle Werte übertragen musste. Im deutschsprachigen Gebiet ging man um 1270, bald nach Fertigstellung der drei aufeinander bezogenen, von Anfang an der hohen Schriftkultur zugehörigen Epen "Arabel - Willehalm - Rennewart" daran, die Texte über das Leben des heiligen Wilhelm durch entsprechende Bindung zu einer Vita zusammen zu führen. Doch nichts konnte diese Idee besser zum Ausdruck bringen, als ein gemeinsames, fortlaufendes Bildprogramm. Bald schon entstanden erste Bilderzyklen mit Hunderten von Miniaturen. Die Wahl der zu illustrierenden Szenen fiel naturgemäß von Auftraggeber zu Auftraggeber verschieden aus. Der Schritt, historisierte Initialen in die Willehalm-Trilogie einzusetzen, erfolgte erst sehr spät, und zwar mit dem Willehalm-Codex für König Wenzel IV. Dies ist nicht die einzige Eigenheit des Codex: Jedes der drei Epen erhielt darin eine eigene künstlerische Ausstattung, wobei sich das Bildprogramm hauptsächlich auf das dritte Epos, den Rennewart, bezieht. Vermutlich ist dies auf dynastische Verbindungen Wenzels zu den Dichtermäzenen zurückzuführen.

The Willehalm manuscript contains the second largest cycle of miniatures ever produced for King Wenceslas IV. In contrast to other manuscripts of his library it was dated by the scribe with the year 1387. In the course of discussing the genesis of the text, the art historian aims to emphasize the history and peculiarities of the "chanson de geste", and hence highlights the major challenges to the painter who had to create images: the shift from one medium to another, from oral tradition to written culture, the long search for a suitable form.

Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400
http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at

The epic, initially addressed to a larger audience by acting and music, now had to be translated into two-dimensional visual values. In the German speaking area the three related written epics "Arabel - Willehalm - Rennewart" were linked together soon after their completion (ca. in 1270) in order to create a vita of St. Willehalm. Moreover, the idea of a continuing story was expressed by a common, continuous series of images for the whole trilogy. Soon picture-cycles with hundreds of miniatures were developed. The choice of scenes illustrating the epics differed from book to book, according to the wishes of the person who commissioned it. The step towards an insertion of initials was not made until the production of the Willehalm trilogy for King Wenceslas IV. This is not the only peculiarity of the codex: Each of the three epics received precious, but distinct artistic décors, and the miniature-program primarily concentrates on the illustration of the third epic. Presumably this was due to dynastic connections of the king with the authors´ patrons from the families of the Premyslid, Hohenstaufen and Wittelsbach dynasties.

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Der Willehalm-Codex enthält nach der Wenzelsbibel den zweitgrößten, jemals für den König gemalten Miniaturenzyklus, der im Gegensatz zu anderen Handschriften seiner Bibliothek durch das Schreiberdatum 1387 zeitlich gut verankert ist. Im Zuge der Beschäftigung mit der Textgenese legen die Ausführungen der Kunsthistorikerin die Besonderheit dieses Exemplars und damit auch die große Herausforderung an die Maler dar, die dafür Bilder entwerfen sollten: den Wechsel von einem Medium ins andere, von der oralen Tradition zur Schriftkultur, die lange Suche nach einer geeigneten Form, die das an ein größeres Publikum gerichtete, ursprünglich mimisch und musikalisch vorgetragene Heldenepos nun in zweidimensionale visuelle Werte übertragen musste. Im deutschsprachigen Gebiet ging man um 1270, bald nach Fertigstellung der drei aufeinander bezogenen, von Anfang an der hohen Schriftkultur zugehörigen Epen "Arabel - Willehalm - Rennewart" daran, die Texte über das Leben des heiligen Wilhelm durch entsprechende Bindung zu einer Vita zusammen zu führen. Doch nichts konnte diese Idee besser zum Ausdruck bringen, als ein gemeinsames, fortlaufendes Bildprogramm. Bald schon entstanden erste Bilderzyklen mit Hunderten von Miniaturen. Die Wahl der zu illustrierenden Szenen fiel naturgemäß von Auftraggeber zu Auftraggeber verschieden aus. Der Schritt, historisierte Initialen in die Willehalm-Trilogie einzusetzen, erfolgte erst sehr spät, und zwar mit dem Willehalm-Codex für König Wenzel IV. Dies ist nicht die einzige Eigenheit des Codex: Jedes der drei Epen erhielt darin eine eigene künstlerische Ausstattung, wobei sich das Bildprogramm hauptsächlich auf das dritte Epos, den Rennewart, bezieht. Vermutlich ist dies auf dynastische Verbindungen Wenzels zu den Dichtermäzenen zurückzuführen.

The Willehalm manuscript contains the second largest cycle of miniatures ever produced for King Wenceslas IV. In contrast to other manuscripts of his library it was dated by the scribe with the year 1387. In the course of discussing the genesis of the text, the art historian aims to emphasize the history and peculiarities of the "chanson de geste", and hence highlights the major challenges to the painter who had to create images: the shift from one medium to another, from oral tradition to written culture, the long search for a suitable form.

The epic, initially addressed to a larger audience by acting and music, now had to be translated into two-dimensional visual values. In the German speaking area the three related written epics "Arabel - Willehalm - Rennewart" were linked together soon after their completion (ca. in 1270) in order to create a vita of St. Willehalm. Moreover, the idea of a continuing story was expressed by a common, continuous series of images for the whole trilogy. Soon picture-cycles with hundreds of miniatures were developed. The choice of scenes illustrating the epics differed from book to book, according to the wishes of the person who commissioned it. The step towards an insertion of initials was not made until the production of the Willehalm trilogy for King Wenceslas IV. This is not the only peculiarity of the codex: Each of the three epics received precious, but distinct artistic décors, and the miniature-program primarily concentrates on the illustration of the third epic. Presumably this was due to dynastic connections of the king with the authors´ patrons from the families of the Premyslid, Hohenstaufen and Wittelsbach dynasties.



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