Helmut LUKAS


Ungleichheit und Egalität in Samosir (Sumatra)

Die Sozialstruktur der vorkolonialen Toba-Batak Samosirs (Sumatra) im Vergleich zu Gesellschaften am Festland Südostasiens




ISBN 978-3-7001-6683-2
Print Edition
ISBN 978-3-7001-7114-0
Online Edition
Denkschriften der phil.-hist. Klasse 395 
Veröffentlichungen zur Sozialanthropologie  14 
2010,  535 Seiten, 29,7x20,9cm, broschiert
€  118,56   

Helmut LUKAS
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖAW, Institut für Sozialanthropologie

In dieser Arbeit wird versucht, die vorkoloniale Sozialstruktur der Toba-Batak (Samosir, Nordsumatra) zu rekonstruieren. Da die Verwandtschaftsverhältnisse (Lineage Organisation und asymmetrische Allianzstruktur) bei den Toba-Batak gleichzeitig als Produktionsverhältnisse fungierten und somit das wichtigste Muster für die ökonomische und politische Organisation der Toba-Batak-Gesellschaft lieferten, kann deren Ökonomie nicht als ein genau abgrenzbarer und relativ unabhängiger Bereich behandelt werden. Analog dazu ist es auch nicht möglich, bei den Toba-Batak einen separaten politischen Bereich bzw. rein politische Institutionen auszumachen. Die politische Organisation dieser Gesellschaft kann daher nur über die Aufdeckung der politischen Aspekte der Verwandtschaft und daneben auch der Religion erschlossen werden. Aufgrund der dominanten Rolle der Verwandtschaft bei den Toba-Batak konnte sich keine zentrale Autorität bzw. keine staatliche Organisation entwickeln. Im Gegensatz dazu entwikkelten die Toba-Batak die Institution sakraler Führer (Singamangaraja etc.), die oft als „Gottkönige“ oder „Priesterkönige“ bezeichnet wurden. Anders als Heine-Geldern, der die Singamangaraja- Institution als eine Übernahme des Gottkönig-Konzepts indisierter Reiche Südostasiens interpretierte, betrachtet der Verfasser die Entwicklung der Institution sakraler Führer als Versuch der Etablierung einer Autorität durch die Berufung auf eine nicht-verwandtschaftsbezogene („göttliche“) Machtquelle. Aus der dominanten Rolle der Verwandtschaft in der Toba-Batak-Gesellschaft resultierte die Begrenzung der Autorität der sakralen Führer. In Teil II des Buches wird die Sozialstruktur der präkolonialen Toba-Batak mit jenen einiger ethnischer Gruppen des festländischen Südostasiens, insbesondere der Jarai Vietnams und Kambodschas, verglichen. Der Verfasser versucht die Hypothese Heine- Gelderns zu überprüfen,

Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400
http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at

der zufolge die Institution der drei sakralen „Könige“ der Toba-Batak eine Parallele in den Pötao der Jarai („König des Feuers, des Wasser und des Windes“) hat. Im Laufe der Untersuchung zeigte sich, dass bei beiden Gesellschaften die Institution der sakralen Führer mit einem bestimmten Muster der Interaktion, die diese Hochlandethnien mit den Gesellschaften des Tieflandes verbindet, zusammenhängt. Inequality and Equality in Samosir (Sumatra) – The Social Structure of the Pre-colonial Toba-Batak of Samosir (Sumatra) in Comparison to Societies on Mainland Southeast Asia: This volume attempts at reconstructing the pre-colonial social structures of the Toba-Batak peoples of the Samosir peninsula in North Sumatra. Because production relationships among the Toba-Batak were based on kinship (lineage organization and asymmetrical alliance structures) and in turn, these were the basis for Toba- Batak economic and political organisation, a distinct and independent economic sphere cannot be said to have existed. In part II of the volume, the social structures of the pre-colonial Toba-Batak are compared to those of ethnic groups on the Southeast Asian mainland, especially with the Jarai of Vietnam and Cambodia. The author examines Heine-Geldern’s hypothesis that the three sacred “kings” of the Toba-Batak can considered equivalent to the pötao of the Jarai (“kings of fire, water and the wind”). In the course of the investigation, it became clear that in both societies, the institution of a sacred leader is linked to contacts between these highland groups and those of the lowlands. As are the Toba-Batak “kings”, pötao are worshipped by neighboring tribal groups. In addition, regular ritual trade was conducted between the Jarai and the Khmer in the west, and the Cham and later the Vietnamese in the east.

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In dieser Arbeit wird versucht, die vorkoloniale Sozialstruktur der Toba-Batak (Samosir, Nordsumatra) zu rekonstruieren. Da die Verwandtschaftsverhältnisse (Lineage Organisation und asymmetrische Allianzstruktur) bei den Toba-Batak gleichzeitig als Produktionsverhältnisse fungierten und somit das wichtigste Muster für die ökonomische und politische Organisation der Toba-Batak-Gesellschaft lieferten, kann deren Ökonomie nicht als ein genau abgrenzbarer und relativ unabhängiger Bereich behandelt werden. Analog dazu ist es auch nicht möglich, bei den Toba-Batak einen separaten politischen Bereich bzw. rein politische Institutionen auszumachen. Die politische Organisation dieser Gesellschaft kann daher nur über die Aufdeckung der politischen Aspekte der Verwandtschaft und daneben auch der Religion erschlossen werden. Aufgrund der dominanten Rolle der Verwandtschaft bei den Toba-Batak konnte sich keine zentrale Autorität bzw. keine staatliche Organisation entwickeln. Im Gegensatz dazu entwikkelten die Toba-Batak die Institution sakraler Führer (Singamangaraja etc.), die oft als „Gottkönige“ oder „Priesterkönige“ bezeichnet wurden. Anders als Heine-Geldern, der die Singamangaraja- Institution als eine Übernahme des Gottkönig-Konzepts indisierter Reiche Südostasiens interpretierte, betrachtet der Verfasser die Entwicklung der Institution sakraler Führer als Versuch der Etablierung einer Autorität durch die Berufung auf eine nicht-verwandtschaftsbezogene („göttliche“) Machtquelle. Aus der dominanten Rolle der Verwandtschaft in der Toba-Batak-Gesellschaft resultierte die Begrenzung der Autorität der sakralen Führer. In Teil II des Buches wird die Sozialstruktur der präkolonialen Toba-Batak mit jenen einiger ethnischer Gruppen des festländischen Südostasiens, insbesondere der Jarai Vietnams und Kambodschas, verglichen. Der Verfasser versucht die Hypothese Heine- Gelderns zu überprüfen,

der zufolge die Institution der drei sakralen „Könige“ der Toba-Batak eine Parallele in den Pötao der Jarai („König des Feuers, des Wasser und des Windes“) hat. Im Laufe der Untersuchung zeigte sich, dass bei beiden Gesellschaften die Institution der sakralen Führer mit einem bestimmten Muster der Interaktion, die diese Hochlandethnien mit den Gesellschaften des Tieflandes verbindet, zusammenhängt. Inequality and Equality in Samosir (Sumatra) – The Social Structure of the Pre-colonial Toba-Batak of Samosir (Sumatra) in Comparison to Societies on Mainland Southeast Asia: This volume attempts at reconstructing the pre-colonial social structures of the Toba-Batak peoples of the Samosir peninsula in North Sumatra. Because production relationships among the Toba-Batak were based on kinship (lineage organization and asymmetrical alliance structures) and in turn, these were the basis for Toba- Batak economic and political organisation, a distinct and independent economic sphere cannot be said to have existed. In part II of the volume, the social structures of the pre-colonial Toba-Batak are compared to those of ethnic groups on the Southeast Asian mainland, especially with the Jarai of Vietnam and Cambodia. The author examines Heine-Geldern’s hypothesis that the three sacred “kings” of the Toba-Batak can considered equivalent to the pötao of the Jarai (“kings of fire, water and the wind”). In the course of the investigation, it became clear that in both societies, the institution of a sacred leader is linked to contacts between these highland groups and those of the lowlands. As are the Toba-Batak “kings”, pötao are worshipped by neighboring tribal groups. In addition, regular ritual trade was conducted between the Jarai and the Khmer in the west, and the Cham and later the Vietnamese in the east.



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