Jakob STUCHLIK


Der arische Ansatz

Erich Frauwallner und der Nationalsozialismus


Jakob Stuchlik
ist freier Forscher. Studium der Indologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau und an der Universität Wien, Doktoratsstudium der Philosophie an der Universität Wien, langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

 




ISBN 978-3-7001-6724-2 Print Edition
ISBN 978-3-7001-6875-1 Online Edition

Sitzungsberichte der phil.-hist. Klasse 797 
2009,  202 Seiten, 22,5x15cm, broschiert
€  42,–   

Der „arische Ansatz“ wurde von Erich Frauwallner wiederholt an der Schnittstelle zwischen Indologie und Gesellschaft propagiert, wo es allem Anschein nach darum ging, die Ergebnisse detaillierter Indienforschung synthetisch in Form eines fachwissenschaftlich „gesicherten“ Indienbildes einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Frauwallner ist vor allem im deutschsprachigen Raum und in Japan als wissenschaftliche Autorität in die Geschichte seines Faches, insbesondere der Buddhismuskunde, eingegangen. Dieser Ruf einer wissenschaftlichen Autorität begünstigt eine Identifizierung des von Frauwallner präsentierten Indienbildes mit Indien selbst. Da dieses Bild in seiner Grundstruktur „arisierend“ rassistisch ist, steuert es auch zum Eindruck einer „unheiligen Allianz“ zwischen Indien und Nazideutschland bei. Solange der nationalsozialistische Kontext des Wirkens von Frauwallner als Forscher und Lehrer durch Verschweigen und Verharmlosen ausgeklammert wird, wie es im deutschsprachigen Raum jahrzehntelang der Fall war, kann von einer ernsthaften Diskussion über das Ausmaß der ideologischen Belastung seines wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres keine Rede sein. Was aber wird dann tradiert und mittradiert, wenn Frauwallner als Autorität und seine Philologie als mustergültige Wissenschaft verherrlicht werden? In diesem Buch skizziere ich den „arischen Ansatz“ nicht „nur“ als den wiederholt vorgetragenen rassistischen Periodisierungsansatz der indischen Philosophie, sondern auch als den konzeptuellen Kern des wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres, und nicht zuletzt des Lebens eines überzeugten Nationalsozialisten. Dabei exponiere ich zahlreiche Facetten des korrupten Umgangs mit der Vergangenheit in Kontinuitäten nach wie vor 1945.

The “Aryan approach” was repeatedly propagated by Erich Frauwallner at the point of intersection between Indology and society, where to all appearances he was offering the results of exacting Indological research in the form of a compact and “well-established” image of India to a wider audience. Especially in the Germanspeaking world and in Japan, Frauwallner has gone down in the history of his discipline, above all in the area of Buddhist Studies, as a scholarly authority. This influential scholarly reputation has led to the identification of the India-image presented by Frauwallner as identical with India itself. Since in its basic structure this picture is “Aryanizing” racist, it also contributes to the impression of an “unholy alliance” between India and Nazi Germany. As long as the Nazi context in Frauwallner’s activity as a scholar and teacher is ignored, either by being passed in silence or made to appear harmless as has been done for decades in the Germanspeaking world, there can be no serious discussion concerning the degree to which ideology encumbers his scholarly and scholarly-political oeuvre. What, however, is being transmitted or inherited if Frauwallner is acclaimed as an authority and his philology considered exemplary scholarly work? In this book, I examine the “Aryan approach” not “only” as a repeatedly presented racist periodization of Indian philosophy, but also as the conceptual key to the scholarly and scholarly-political work, and indeed to the life of a staunch Nazi. In the process, I expose many facets of corrupt dealings with the past, both before and after 1945.

Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400
http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at

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Der arische Ansatz

Erich Frauwallner und der Nationalsozialismus



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Sitzungsberichte der phil.-hist. Klasse 797 
2009,  202 Seiten, 22,5x15cm, broschiert
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Jakob Stuchlik
ist freier Forscher. Studium der Indologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau und an der Universität Wien, Doktoratsstudium der Philosophie an der Universität Wien, langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

 


Der „arische Ansatz“ wurde von Erich Frauwallner wiederholt an der Schnittstelle zwischen Indologie und Gesellschaft propagiert, wo es allem Anschein nach darum ging, die Ergebnisse detaillierter Indienforschung synthetisch in Form eines fachwissenschaftlich „gesicherten“ Indienbildes einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Frauwallner ist vor allem im deutschsprachigen Raum und in Japan als wissenschaftliche Autorität in die Geschichte seines Faches, insbesondere der Buddhismuskunde, eingegangen. Dieser Ruf einer wissenschaftlichen Autorität begünstigt eine Identifizierung des von Frauwallner präsentierten Indienbildes mit Indien selbst. Da dieses Bild in seiner Grundstruktur „arisierend“ rassistisch ist, steuert es auch zum Eindruck einer „unheiligen Allianz“ zwischen Indien und Nazideutschland bei. Solange der nationalsozialistische Kontext des Wirkens von Frauwallner als Forscher und Lehrer durch Verschweigen und Verharmlosen ausgeklammert wird, wie es im deutschsprachigen Raum jahrzehntelang der Fall war, kann von einer ernsthaften Diskussion über das Ausmaß der ideologischen Belastung seines wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres keine Rede sein. Was aber wird dann tradiert und mittradiert, wenn Frauwallner als Autorität und seine Philologie als mustergültige Wissenschaft verherrlicht werden? In diesem Buch skizziere ich den „arischen Ansatz“ nicht „nur“ als den wiederholt vorgetragenen rassistischen Periodisierungsansatz der indischen Philosophie, sondern auch als den konzeptuellen Kern des wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres, und nicht zuletzt des Lebens eines überzeugten Nationalsozialisten. Dabei exponiere ich zahlreiche Facetten des korrupten Umgangs mit der Vergangenheit in Kontinuitäten nach wie vor 1945.

The “Aryan approach” was repeatedly propagated by Erich Frauwallner at the point of intersection between Indology and society, where to all appearances he was offering the results of exacting Indological research in the form of a compact and “well-established” image of India to a wider audience. Especially in the Germanspeaking world and in Japan, Frauwallner has gone down in the history of his discipline, above all in the area of Buddhist Studies, as a scholarly authority. This influential scholarly reputation has led to the identification of the India-image presented by Frauwallner as identical with India itself. Since in its basic structure this picture is “Aryanizing” racist, it also contributes to the impression of an “unholy alliance” between India and Nazi Germany. As long as the Nazi context in Frauwallner’s activity as a scholar and teacher is ignored, either by being passed in silence or made to appear harmless as has been done for decades in the Germanspeaking world, there can be no serious discussion concerning the degree to which ideology encumbers his scholarly and scholarly-political oeuvre. What, however, is being transmitted or inherited if Frauwallner is acclaimed as an authority and his philology considered exemplary scholarly work? In this book, I examine the “Aryan approach” not “only” as a repeatedly presented racist periodization of Indian philosophy, but also as the conceptual key to the scholarly and scholarly-political work, and indeed to the life of a staunch Nazi. In the process, I expose many facets of corrupt dealings with the past, both before and after 1945.



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