Großmann, Familie
Ferdinand: * 4.7.1887 Tulln/NÖ, † 5.12.1970 Wien. Chorleiter und Komponist. Nach seiner Ausbildung als Sängerknabe im Domchor in Linz besuchte er die Lehrerbildungsanstalt (dazu 1902–06 die Schule des Linzer Musikvereines) und war als Volksschullehrer an diversen Orten in Oberösterreich tätig. Nach den Staatsprüfungen aus Gesang, Klavier, Orgel und Komposition (1908–09) begann G. seine musikalische Karriere als Gesangslehrer in Linz, wechselte jedoch 1919 nach Wien. 1921 gründete er das Wiener Volkskonservatorium, das er bis 1938 leitete. Unterrichtete ab 1933 an der Wiener MAkad., ab 1950 ao. Prof. und ab 1952 o. Prof.; 1946 gründete er den Akademischen Kammerchor. Seit 1922 leitete er zahlreiche Chöre in Wien (u. a. Schubertbund, Singverein, Wiener Singakademie, Wiener Männergesangverein ). 1938–45 und 1956–68 war G. künstlerischer Leiter der Wiener Sängerknaben. G. hat das Chorwesen der Zwischenkriegs- und der Nachkriegszeit als Lehrer und Chorleiter nachhaltig geprägt (Abb. Autograph in der Regenterei Kremsmünster).
G: Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
P: Kulturpreis des Landes Niederösterreich 1963.


Seine Tochter Agnes: * 24.4.1944 Wien. Dirigentin. Sie hatte ursprünglich eine Karriere als Pianistin (Ausbildung 1964–68 bei B. Seidlhofer an der Wiener MAkad., dann am Conservatoire in Paris) begonnen, musste jedoch wegen einer Erkrankung das Fach wechseln und studierte 1974–78 bei K. Österreicher und G. Theuring an der MHsch. Wien Dirigieren. 1983–86 war sie künstlerische Leiterin der Wiener Singakademie und arbeitete 1986–96 u. a. mit den Chamber Players of Toronto (Chefdirigentin) in Kanada (Toronto, Montreal). 1996–1999 war sie künstlerische Leiterin der Wiener Sängerknaben.
P: Mozart Interpretationspreis 1972; Dr. h.c. der Mount St. Vincent Univ. Halifax 1991; Silbernes Ehrenkreuz für künstlerische Verdienste um die Republik Österreich 1992; Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien 1995.
Lit: Czeike 2 (1993); Who is who in Öst. 1997; Erhart 1998; E. Ostleitner in ÖMZ 46/7-8 (1991); Die Presse 5./6.8.1989 (Spectrum).


ETH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2013/07/09 12:50:24 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, IKM, Abt. Musikwissenschaft
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