Förster, Ludwig Christian Friedrich (1797-1863), Architekt

Förster Ludwig Christian Friedrich, Architekt. * Ansbach, 8. 10. 1797; † Gleichenberg, 16. 6. 1863.  Nach Besuch des Gymn. in Ansbach Stud. in München und Wien, wo er zuerst bei P. Nobile arbeitete. 1836 gründete er die „Allg. Bauzeitung“, die lange Zeit das führende Organ dieses Faches war, leitete eine lithograph. Anstalt, ließ Zinkhütten errichten usw. Seit 1836 trat er mit neuen Plänen für die Erweiterung Wiens - später im Zusammenhang mit der Bauplatzfrage der Votivkirche - an die Öffentlichkeit. Sein eingereichter Entwurf für die Stadterweiterung (1858), der auch als „Boulevard“ die Ringstraße mit Doppelalleen zeigt, wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Von seinen anderen Ideen gelangte später die Anlage der Museen gegenüber der Burg und die der Rossauerkaserne am Donaukanal zur Ausführung. Seit 1840 als Baumeister in Wien tätig, 1843–46 Prof. an der Wr. Akad. d. bild. Künste. 1846 trat in Försters Atelier T. Hansen ein, der 1850 Sophie F. ehelichte und an vielen Bauten Försters mitarbeitete, bzw. sie zu Ende führte.

W.: In Wien: Weihburgg. 4; Kärntnerring 3 und 5, 1861–63; evang. Kirche Gumpendorf, 1846–49; Elisabethbrücke über die Wien, 1850–54; Tempel in Wien II., 1853–58; etc.
L.: G. Niemann-F. Feldegg, Theophilos Hansen. 1893; A. Bohdal, Die Stadierweiterung Wiens 1857 und die . . Wettbewerbspläne, Diss. Techn. Hochsch., Wien. 1931; A. Lhotsky, Festschrift des Kunsth. Museums I.1941; G. C. Nagler, Neues Allg. Künstlerlexikon, 1835; K. Ginhart, Wr. Kunstgeschichte, 1948; Thieme-Becker; Wurzbach; ADB.
  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 333
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>