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ITA Nanotrust Dossiers
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epub.oeaw – Institutionelles Repositorium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften epub.oeaw – Institutional Repository of the Austrian Academy of Sciences
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ITA Nanotrust Dossiers, pp. , 2024/06/13
In der Zahnheilkunde zeigt sich in den letzten Jahren ein Trend zur Verwendung von metallfreien Zahnimplantaten. Implantate aus Titan, deren Einsatz als Zahnersatz jahrzehntelang als „Goldstandard“ galt, können mittlerweile durch biokompatible Implantate, bestehend aus Keramikmaterialien ergänzt oder sogar ersetzt werden. Neben dem ästhetischen Aspekt eines keramischen Zahnersatzes, zeigt sich auch eine bessere Gewebeverträglichkeit bei Patient:innen, die allergisch gegen einzelne Bestandteile der Titanimplantate reagieren oder Vorerkrankungen wie Diabetes haben. Keramische Zahnimplantate bestehen unter anderem aus Zirkoniumdioxid (ZrO2) mit hoher Beständigkeit und Lebensdauer. Diese zeigen auch verbesserte Einheilungschancen in den Knochen (Osseointegration). Insgesamt ergeben sich dadurch neue Chancen in der Zahnheilkunde. Keramik ist ein inertes (nicht reaktives) Material und wird in der Orthopädie, z. B. für Hüftimplantate bereits länger als biokompatibler Werkstoff verwendet. Allerdings könnten beim Setzen oder Tragen der Zahnimplantate entweder technische Nanomaterialien, die in den Keramikkompositen eingesetzt werden, freigesetzt werden, und/oder es kann nanoskaliger Abrieb in Form von „sekundären“ Nanopartikeln entstehen. Dieser Abrieb kann in weiterer Folge entweder verschluckt oder eingeatmet werden. Bei Zulassungsverfahren für innovative Kompositwerkstoffe ist es daher unerlässlich, mögliche Gesundheitsrisiken zu berücksichtigen und nanospezifische Toxizitätseffekte näher zu untersuchen. Bislang sind keine negativen Wechselwirkungen im menschlichen Körper bekannt, jedoch gibt es bisher kaum Langzeitstudien zu möglichen Risiken für Mensch und Umwelt. Dieses Dossier erläutert die Materialeigenschaften von keramischen Zahnimplantaten im Vergleich zu herkömmlichen Implantaten aus Titan und bietet einen Überblick über mögliche Risiken und Chancen zur Verwendung dieses Werkstoffes in der Zahnimplantologie.