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ISR-BULLETIN
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
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ISR-Bulletin, pp. , 2025/11/25
Der öffentliche Raum in der Stadt ist eine wichtige Sphäre der Begegnung und der Aushandlung von Zugehörigkeit. Die Qualität des Zusammenlebens hängt nicht zuletzt von den täglichen Begegnungen im öffentlichen Raum ab. Die räumliche Dimension ist ein zentrales Element, um den „sozialen Kitt“ kohäsiver Gesellschaften zu verstehen. Die vielfältigen Prozesse der Polarisierung, die städtische Gesellschaften derzeit erleben, gehen einher mit einer fortschreitenden Einschränkung des öffentlichen Raums durch Versicherheitlichung, das Verschwinden nichtkommerzieller Räume und Segregation. Dies spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie Individuen (Mikroebene) und Gruppen (Mesoebene) die Grenzen der Zugehörigkeit kontrollieren, nicht zuletzt in Bezug auf immer radikalere Konzepte eines „Wir“ und „die Anderen“. Der Zugang zum öffentlichen Raum sowie seine Qualität sind Schlüsselaspekte, und ein Mangel daran ist oft die Ursache für Unzufriedenheit, die sich nicht zuletzt in Form von Radikalisierung ausdrücken kann.