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ISR-BULLETIN
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ISR-Bulletin, pp. , 2026/01/07
Gentrifizierung wird seit einigen Jahren auch in Wien im Kontext des sozialen Wohnungsbaus, der politischen Strategie der sozialen Durchmischung und der Strukturen des österreichischen Wohlfahrtsstaates debattiert. Der lokale Kontext formt Prozesse der Gentrifizierung in Wiener Nachbarschaften spezifisch aus, sodass LangzeitbewohnerInnen nicht – wie im Gentrifizierungsprozess üblich – aus den Stadtgebie-ten physisch von den wohlhabenderen Neuhinzuziehenden verdrängt werden. Die Literatur ist darauf beschränkt, dass LangzeitbewohnerInnen entweder verdrängt werden, oder sie erleiden negative Folgen durch das Vor-Ort-wohnen-Bleiben, wie soziale Isolation etc. Was passiert aber mit LangzeitbewohnerInnen, die den negativen Auswirkungen, wie soziokulturellem Verdrängungsdruck, nicht ausgesetzt sind bzw. diese überwinden können und im gentrifizierten Gebiet wohnen bleiben? Der Beitrag zeigt auf, inwiefern LangzeitbewohnerInnen ein habituelles Adaptionspotential für den sie umgebenden gentrifizierten Wiener Stadtraum aufweisen. Zur Erforschung der Adaptionsprozesse wurde eine visuelle Methode, die reflexive Fotografie, im 7. Wiener Gemeindebezirk eingesetzt. Ergebnisse zeigen, dass LangzeitbewohnerInnen eine aktive, aber wenig wahrgenommene Rolle für Gentrifizierung einnehmen. Sie produzieren Praktiken der „versteckten Gentrifizierung“.